Wipperdorf

Bürgermeister: Herr Leßner
Telefon: 036338 40781
Telefax: 036338 43045

Sprechzeit des Bürgermeisters
Di 09.00–12.00 Uhr und 13.00–18.00 Uhr
Di 13.00–18.00 Uhr

Geschichte

Traditionen wahren – Gegenwart gestalten                                                                               

Die erste urkundliche Erwähnung von Orten entlang der Wipper, der heutigen Flächenausdehnung von Wipperdorf, erfolgte im Jahr 1093.

Graf Heinrich von Northeim schenkte seinem Kloster Bursfelde Besitzungen in Busteleven. 1119 übergab Graf Wichmann in Thüringen der Kirche St. Mariae zu Erfurt die Kirche in Busteleven.                                                                                                                                                  1330 verkaufte Heynricus de Asla, Burgmann auf Klettenberg, dem Nordhäuser Altendorfskloster 3 Hufen und Höfe im Felde und Dorfe Busteleven.

Im 14. Jahrhundert hatte der Dom zu Nordhausen Besitzungen in Roldisleyben (Oberdorf) und inferiori Roldisleyben (Mitteldorf).

Die ältesten Ortskernteile gruppieren sich um die drei Kirchen.

Aus dem Jahr 1573 ist die Aussage überliefert, dass 45 Hausbesitzer in Pustleben, 33 in Oberdorf und 40 in Mitteldorf existierten.

Seit dem 16. Jahrhundert regierten die Grafen von Hohnstein über unsere Region.

Neben der Landwirtschaft als Haupterwerbszweig entwickelte sich im 19. Jahrhundert die Leineweberei als Erwerbsquelle.

Die alte Heer- und Handelsstraße (heutige L 3080) die Pustleben in Nord-Süd-Richtung querte, wurde 1856 als Halle-Kasseler- Chaussee modernisiert.

Um 1868 begann der Bau der Eisenbahnstrecke Halle – Kassel.

Im Jahre 1900 setzte mit dem Bau des Kaliwerkes Bleicherode ein wesentlicher Entwicklungsimpuls für die Wirtschaft ein.

1912 wurde das Kraftwerk in der Gemarkung Oberdorf errichtet, dazu kam eine der größten Gewächshausanlagen Deutschland zu jener Zeit.

Die beiden Weltkriege forderten auch von den Einwohnern Pustlebens, Ober- und Mitteldorfs ihre Opfer. Viele junge Männer fielen an den Fronten, sie werden noch heute von Angehörigen und Verwandten betrauert.

Mit dem Ende des 2. Weltkrieges entstanden in Deutschland zwei Staaten, welche unterschiedliche Entwicklungen nahmen.

In der ehemaligen Sowjetischen Besatzungszone wurde die Bodenreform konsequent durchgeführt. Große Betriebe wurden verstaatlicht und Volkseigentum.

1950 schlossen sich die Orte Pustleben und Mitteldorf zu der Gemeinde Wipperdorf zusammen, 1952 kam Oberdorf dazu.

1960 gab es acht Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG). In den 1970er Jahren entwickelten sich im Rahmen der Spezialisierung die LPG Pflanzenproduktion und die LPG Milchproduktion. In diesen LPG sowie dem bezirksgeleiteten Volkseigenem Gut (VEG) war ein Großteil der Einwohner von Wipperdorf beschäftigt.

Viele Einwohnerinnen und Einwohner fuhren in die Großbetriebe Nordhausens sowie zum Kaliwerk „Karl Liebknecht“ in Bleicherode, um ihr Geld zu verdienen.

Ab 1976 war Wipperdorf eine von neun Gemeinden, welche dem Gemeindeverband Bleicherode angehörten.

Insgesamt wurde zu DDR-Zeiten sehr viel in Eigeninitiative der Bürgerinnen und Bürger gestalten

  • Gehwege wurden neu angelegt
  • Straßen gebaut
  • Gräben verrohrt
  • Sportplatz und Mehrzweckhalle wurden in Pustleben gebaut
  • Festplatz in Oberdorf wurde gestaltet und vieles andere mehr.

1970 wurde die neue Schule mit Turnhalle für die Schülerinnen und Schüler aus Wipperdorf eingeweiht. Nach der Erweiterung 1976 wurden Schülerinnen und Schüler der umliegenden Ortschaften aufgenommen.

Zur Verbesserung der Wohnsituation wurden insbesondere seit den 1960er Jahren 70 Eigenheime errichtet. Seitens der Gemeinde und der landwirtschaftlichen Betriebe entstanden vier Wohnblocks mit je 18 bzw. 24 Wohnungen.

Die Wende 1989 ging auch an Wipperdorf nicht spurlos vorüber. Es bildeten sich neue Parteien und Organisationen.

Nach der Wirtschafts- und Währungsunion waren viele Firmen nicht mehr wettbewerbsfähig, es kam zu ersten Betriebsschließungen und zu Arbeitslosigkeit.

In unserer Gemeinde betraf das vorwiegend die Molkerei und das VEG in Pustleben. In den Landwirtschaftsbetrieben wurde umfassend rationalisiert und modernste Technik eingesetzt, so dass man mit weniger als einem Drittel der ehemals Beschäftigten seine Aufgaben mit besseren Ergebnissen lösen konnte.

Auch die großen Betriebe in Nordhausen und das Kaliwerk in Bleicherode wurden rationalisiert oder „abgewickelt“. Massenarbeitslosigkeit war das Ergebnis und die Euphorie der ersten Tage wich der „Ausweglosigkeit“.

Viele Bürgerinnen und Bürger versuchten sich in der Selbständigkeit, so gab es im Zeitraum 1990 bis 1993 fast 80 Selbständige, die überwiegende Mehrzahl davon waren 1-Personen –Betriebe.

Am 15. Juli 1993 wurde in der Gemeinde der heutige tegut-Einkaufsmarkt unter dem Namen Okay-Markt eröffnet. Dieser markt wird gegenwärtig von „tegut- gute Lebensmittel“ betrieben.

In die Gebäude sind heute noch integriert: Sparkasse, Arztpraxen, Friseur, Back-Shop, Fleisch- und Wurstwaren, Döner-Imbiss                      

Seit der Wende wurde vorwiegend in die Infrastruktur der Gemeinde investiert. Die Gemeinde ist zu 100 % an die Abwasserbehandlungsanlage in Bleicherode angeschlossen. In diesem Zusammenhang wurden fast alle Straßen und Gehwege saniert. Das war möglich, da die Gemeinde von 2004 bis 2018 Fördermittel aus dem Programm der Dorferneuerung in Anspruch nehmen konnte. Mit der Übergabe der Fördermittel der Dorferneuerung im Zeitraum 2012 bis 2016 wurden weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur durchgeführt werden.

Die Geschichte der drei Dörfer im Wippertal lässt sich nicht voneinander trennen. Was der eine Ort erlebte, das traf auch den anderen, denn sie liegen so dicht beieinander, dass der Uneingeweihte sie für einen Ort hält. Und dennoch hat jedes dieser ehemals bis 1952 eigenständigen Dörfer seine Besonderheiten bis heute bewahrt. Auch die Orientierung der Einheimischen erfolgt nach wie vor an dem Namen des ehemaligen Ortes.

Diese Besonderheiten gilt es beizubehalten und gleichzeitig neue Gemeinsamkeiten herauszubilden, um so immer noch Trennendes der Vergangenheit angehören zu lassen.

Seit dem 01. Januar 2019 gehört Wipperdorf als Ortschaft zur Landgemeinde Stadt Bleicherode. Die Bürgerinnen und Bürger haben sich diesen Schritt nicht leicht gemacht, sich aber letztendlich dazu entschieden, da in den Neugliederungsvertrag zukunftsfähige Festlegungen vereinbart wurden, welche eine gewisse Eigenständigkeit gewährleisten. Nunmehr gilt es diesen Vertrag mit Leben zu erfüllen zum Vorteil aller Beteiligten.

 

Text: Joachim Leßner, Ortschaftsbürgermeister
Wipperdorf, den 09.02.2021

Allgemeines

Zum 1. Januar 2019 fusionierten per Gemeinderatsbeschlüssen die Stadt Bleicherode sowie die Gemeinden Etzelsrode, Friedrichsthal, Hainrode, Kleinbodungen, Kraja, Nohra, Wipperdorf und Wolkramshausen zur neuen Landgemeinde Stadt Bleicherode. Für Etzelsrode, Friedrichsthal, Kleinbodungen und Kraja war Bleicherode zuvor die erfüllende Gemeinde. Die übrigen Gemeinden kamen aus der gleichzeitig aufgelösten Verwaltungsgemeinschaft Hainleite.

Lage

Regionale Einordnung

Die Ortschaft Wipperdorf befindet sich geographisch im südwestlichen Teil des Landkreises Nordhausen im Freistaat Thüringen.

Die Längenausdehnung des Ortes erfolgt ca. 3 km entlang des Wippertales, an das sich nördlich die Höhen der Windleite und südlich die der Hainleite anschließen.

Die Gemarkungsgröße beträgt 1.811,22 ha. Sie grenzt im Norden an die Gemarkung Großwechsungen, im Süden an Großlohra, Niedergebra und Elende, im Osten an Nohra und im Westen an Kehmstedt sowie Bleicherode.

3 Landesstraßen durchqueren die Ortschaft:

  • Nord-Süd-Richtung L 3080: Nordhausen – Worbis (Halle – Kassel)
  • Ost-West-Richtung L 1034: Sondershausen – Mackenrode (Erfurt – Bad Lauterberg)
    In der westlichen Ortslage teilt sich die L 1034 in Richtung Kehmstedt – Mackenrode
    und in die
  • L 1035 Richtung Bleicherode

Die Autobahn A38 führt an der östlichen Ortslage vorbei.

Die Hauptstrecke der Deutsche Bahn Halle – Nordhausen - Kassel führt in Ost – West - Richtung und tangiert die gesamte Ortslage, sie grenzen den Ort im Norden ab. Die Strecke ist elektrifiziert und zweispurig ausgebaut. Wipperdorf hat einen Bahnhof für den Regionalverkehr.

Das Mittelzentrum mit Aufgaben eines Oberzentrums ist die Kreisstadt Nordhausen, welche ca. 10 km entfernt ist.

Grundzentrum war und ist die Stadt Bleicherode. Seit dem 01.01.2019 gehört Wipperdorf als Ortschaft zu der Landgemeinde Stadt Bleicherode.

Naturräumliche Grundlagen

Die Gemarkung Wipperdorf befindet sich am Nordrand des Thüringer Beckens im Verbreitungsgebiet des Unteren und Mittleren Buntsandsteins.

Die Aue der Wipper ist durch Ablagerungen holozäner und pleistozäner Sedimente gekennzeichnet. Schichten vom Feststeinkomplex des mittleren Buntsandsteins fallen nach Südwesten ein.

Auf den Sedimenten des Buntsandsteins entstanden im Verlauf der Bodenbildungsprozesse fruchtbare lehmige Böden, welche die Basis für einen ertragreichen Ackerbau bilden. Die Bodenzahlen betragen zwischen 57 – 65.

Das Tal hat eine Höhe von ca. 215 m NN. Die Hainleite erreicht südlich eine Höhen von 311,2 m NN- Galgenberg und nördlich eine Höhe von 290m NN – Hinterster Berg.

Die nördliche Gemarkungsfläche wird hauptsächlich als Agrarfläche genutzt.
(Mitteldorfer Trift, PustleberTrift, Rodegraben, Picht`s Tal, Kammergraben unterbrechen die Ackerflächen)

 

Text: Joachim Leßner, Ortschaftsbürgermeister
Wipperdorf, den 09.02.2021